Publication: Dateninfrastrukturen für die Gesundheitsforschung
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Zusammenfassung Die Rolle von Dateninfrastrukturen für die Gesundheitsforschung beschränkt sich nicht allein darauf, als Service oder Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Datenerzeuger:innen und -nutzer:innen zu fungieren. Die Infrastruktur ist vielmehr selbst ein Akteur im Prozess des Datenteilens, der für diesen auch entsprechend Verantwortung trägt. Dies gilt zuallererst für die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten. Fußt die Datenverarbeitung auf einer Einwilligung der betroffenen Person, ist auch seitens der Infrastruktur sicherzustellen, dass sämtliche Datenverarbeitungsprozesse von dieser Einwilligung erfasst sind. Stützt sich die Datenverarbeitung auf einen gesetzlichen Erlaubnistatbestand, müssen im Rahmen der Infrastruktur v. a. technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, damit ein möglichst hohes Datenschutzniveau sichergestellt ist. Zudem fällt der Infrastruktur eine Verantwortung zu, wenn es um die Umsetzung von Betroffenenrechten wie Auskunft, Berichtigung oder Löschung von Daten geht und um den Umgang mit Zufalls- und Zusatzbefunden. Die Frage, mit welchem Selbstverständnis sich Forscher:innen in Infrastrukturprojekte einbringen und in welcher Form auch privatwirtschaftliche Unternehmen in solcherlei Projekte eingebunden werden sollen, muss sich am Gemeinwohl orientieren. Damit einher geht die Verpflichtung, dass Infrastrukturen so weit wie möglich an den Prinzipien der Partizipation, der Transparenz und der Wissenschaftskommunikation ausgerichtet sind. Die Beachtung all dieser ethischen und rechtlichen Aspekte ist vor allem auch deshalb wichtig, weil nur auf diese Weise das Vertrauen aller Stakeholder gewonnen und damit die zentrale Basis für den erfolgreichen Aufbau und Betrieb einer Dateninfrastruktur geschaffen werden kann.
Abstract The role of data infrastructures for health research is not limited to acting as a service or interface for data exchange between data producers and data users. Rather, the infrastructure itself is an actor in the process of data sharing and therefore also bears responsibility for this process. This applies first of all to the lawfulness of personal data processing. If data processing is based on the consent of the data subject, the infrastructure must also ensure that all data processing is covered by this consent. If the data processing is based on a statutory basis, the infrastructure must ensure the highest possible level of data protection, in particular through technical and organizational measures. In addition, the infrastructure is also responsible for implementing the rights of data subjects, such as the right to information, rectification or erasure of data, and dealing with incidental or additional findings. The question of how researchers regard their involvement in infrastructure projects and how private companies should be involved in such projects must be based on the principle of public welfare. This is accompanied by the obligation of infrastructures to take into account the principles of participation, transparency, and scientific communication as far as possible. Observing all these ethical and legal aspects is especially important because only by doing so can the trust of all stakeholders be established and thus the central basis for the successful construction and operation of data infrastructures be provided.