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Interreligiöser Dialog zwischen Begegnung und Beherrschung Zur Governance religiöser Vielfalt in interreligiösen Aktivitäten

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Date

2013

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Nagel, Alexander-Kenneth

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Publisher

Springer

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Die religiöse Vielfalt in Deutschland und Europa hat in den vergangenen Jahrzehnten durch Arbeits- und Fluchtmigration, den Fall des Eisernen Vorhangs und transnationale Missionsanstrengungen neue Dimensionen erreicht: Anwerbeabkommen mit mehrheitlich islamischen Ländern wie der Türkei, Marokko oder Tunesien sowie die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Sri Lanka oder Ex-Jugoslawien sowie die Zuwanderung jüdischer Kontingentflüchtlinge aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion haben zu einer Zunahme nicht-christlicher Denominationen geführt.1 Indes blieb diese Vielfalt unsichtbar, solange religiöse Andachtsräume an den Rändern der großen Städte, in Vororten und Industriegebieten, errichtet wurden. Mit der Forderung nach repräsentativen Gebäuden und dem Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Teilhabe ist die religiöse Pluralisierung in den vergangenen Jahren zunehmend sichtbar geworden. Wo abstrakte religiöse Vielfalt in konkreten Religionskontakt übersetzt wird, lassen staatliche und zivilgesellschaftliche Impulse zur Steuerung und sozialintegrativen Einhegung nicht lange auf sich warten. In diesem Beitrag werden interreligiöse Aktivitäten (von der Dialogveranstaltung über gemeinsame Friedengebete und Fastenbrechen bis hin zum interreligiösen Fußballturnier) als Strategien zur Moderation und Bewältigung religiöser Vielfalt analysiert. Nach einem kurzen Ausflug in die Europäische Religionsgeschichte folgen einige konzeptionelle Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Migration, Pluralisierung und Religionskontakt. Hier wird deutlich, dass die Governance religiöser Vielfalt in Deutschland auf organisierte Formen religiöser Begegnung setzt. Im Hauptteil des Beitrages werden dann sechs idealtypische Formate interreligiöser Aktivitäten vorgestellt, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Rolle staatlicher Akteure liegt.

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